“Demokratie vor Ort - Nur mit uns”

 

 

Ziel ist die Erarbeitung von Strategien für konkrete lokale mädchengerechte Angebote, insbesondere für Migrantinnen und andere Mädchenzielgruppen.

 

 

 

1.    Situation von jungen Menschen:

 

Es gibt keine vorgezeichneten Lebenswege

  • Selbstverantwortung nimmt zu
     
  • Nicht Aktive bleiben auf der Strecke
     
  • Stigmatisierung von jugendlichen Migranten
     
  • Lebenswelten sind Inseln (Mobilität ist Privileg)
     
  • Die meisten Sozialkontakte finden in der Schule statt
     
  • Partizipationsangebote werden oft nicht erkannt
     
  • Offene Jugendarbeit hat kein von außen erkennbares Profil (Freiwilligkeit mit Beliebigkeit gleichgesetzt)
    Schere zwischen Arm- Reich wird größer: Bildung, organisierter Sport, Freiwilligendienste

Der 11. Kinder- und Jugendbericht stellt fest, dass die Unterscheidung nach dem Geschlecht die wichtigste Dimension bei der Beobachtung der sozialen Differenzierung ist.

2.    Situation von Mädchen:

  • Strukturelle/ verdeckte Benachteiligung
    - bessere Abschlüsse- weniger Arbeitsmarktchancen
    - sind unauffälliger- erhalten weniger Zuwendung
    - tragen einseitig Beziehungsverantwortung in Familien
     
  • Besondere Zielgruppen

    - Geschlechterrollenkonflikte bei Migrantinnen
    - Passive Schulverweigerung von Mädchen
    - Minderjährige Mütter
    - tradiertes Berufswahlverhalten von Mädchen
    - unauffällige Suchtstörungen: 95% der Magersüchtigen
    - 75% der Opfer sexueller Gewalt sind Mädchen
    - Mitläuferinnen von rechtsorientierten Jungencliquen
     
  • Regionale Mädchenklubs sind weggebrochen
  • Sozialpädagoginnen ziehen sich aus der Mädchenarbeit zurück
  • Abwanderung gerade von jungen Frauen
  • Keine geschlechtsspezifischen Daten für Thüringen

Gesetzliche Grundlage von Mädchenarbeit:

Bei der Ausgestaltung der Leistungen der Jugendhilfe (Zweites Kapitel SGB VIII: §§ 11 bis 41) und der Erfüllung der Aufgaben (+ §§ 42 ff.) sind  : „die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen zu fördern“ (§ 9 Abs.3 SGB VIII).

3.    Unsere Zielgruppen

Engagierte Mädchen und Mädchengruppen im Alter von 12 bis 21 Jahren:

  • Migrantinnen
     
  • Mädchen aus dem ländlichen Raum
     
  • Mädchen aus sozial schwachen Familien

4.    Ziel des CIVITAS-Projektes:

Ziel ist die Erarbeitung von Strategien für konkrete lokale mädchengerechte Angebote, insbesondere für Migrantinnen und andere Mädchenzielgruppen.

5.    Aufgaben der Leitungs- und Koordinierungsstelle

  • Organisation von Netzwerktreffen
     
  • Beratung und Beleitung bei Bedarf auch vor Ort
     
  • Organisation von Fortbildungsmodulen durch Honorarkräfte
     
  • Vermittlung von Informationen und Kontakten
     
  • Organisation der Mädchenlandeskonferenz
     
  • Unterstützende landespolitische Gremienarbeit
     
  • Organisatorische Unterstützung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
     
  • Verwaltung und Abrechnung der Projektkosten

6.    Aufgaben der Projektpartner

  • Teilnahme an monatlichen Netzwerktreffen
     
  •  Zusammenarbeit mit dem PJW bei der Vorbereitung der Strategieworkshops,
  • Planspiele, Projekttage, Diskussionsforen und der Abschlusskonferenz
     
  • Aktive Ansprechpartner der Zielgruppe zu sein

Und Gender Mainstream??

„Ziel des „Gender Mainstream“ ist die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter auch in der Kinder- und Jugendhilfe und keinesfalls eine Entschuldigung dafür, Mädchenarbeit zu beenden!

Wir sehen Gender Mainstream als neue Herausforderung und als Chance, die Mädchen- aber auch Ansätze der geschlechtsspezifischen Jungenarbeit aus ihrem ungewollten Nischendasein herauszuholen.

Geschlechterrollen (Gender) müssen insgesamt hinterfragt und soziale Ungleichheiten sichtbar gemacht werden“ (aus der Stellungnahme des PARITÄTISCHEN zu den „Fachlichen Empfehlungen zur Mädchenarbeit in Thüringen“, 2002).

 

 

Kontakt

Christine Spira
Koordinatorin PARITÄTISCHES Jugendwerk
Fachgruppe Mädchenarbeit

Tel.: 036102/26-141 / Fax.: 036102/26-234
Mail: CSpira@paritaet-th.de